Landesverbände
der ÖWR:
50 Jahre ÖWR (2007) - Seite 7
Dipl.-Ing. Walter GRIMM, Präsident der ÖWR
50 Jahre ÖWR und die Vorgeschichte dazu
(Seite 7 von 13)Die ÖWR war mit ihren Tauchrichtlinien vorerst die einzige Organisation in Österreich, die ein einheitliches Regelwerk für die Taucherausbildung besaß. Aus diesem Grund sandten in den ersten Jahren Polizei, Bundesheer sowie Feuerwehren ihre zukünftigen Tauchverantwortlichen in die diesbezüglichen Kurse der ÖWR, um dann mit diesen Leuten den Grundstock ihrer eigenen Taucheinsatzeinheiten aufzubauen.

In den ersten Jahren nach der Einführung des Rettungstauchens in der ÖWR wurden noch alle Tauchscheinprüfungen gemeinsam für ganz Österreich, und hier vorwiegend in der neuen Bundeslehrstätte in Seeham, abgewickelt. Die zentrale Durchführung erfolgt heute nur mehr bei Tauchlehrer-, teilweise auch noch bei Assistentenprüfungen.

Der Aufbau von ÖWR-Taucheinsatzgruppen vollzog sich (bedarfsabhängig) in den Bundesländern unterschiedlich. Wegen ortsbedingt manchmal notwendigen speziellen Anforderungen sind einige ÖWR-Tauchgruppen mit Fertigkeiten, die über die bundeseinheitliche Ausbildungsnorm hinausgehen (bergsteigerisches Können, Fließwasser- und Höhlentaucherfahrung etc.), entstanden.
Die Sparte Tauchen ist im Einsatzwesen für Personen- und Sachbergungen (letzteres bei „Gefahr in Verzug“) extrem wichtig geworden, wobei sich ja bedauerlicherweise für sie oft die Tatsache ergibt, dass Unfallopfer nicht mehr lebend geborgen werden können. ÖWR-Taucher engagieren sich jedoch auch im Rahmen des Umweltschutzes, wenn es z.B. darum geht, Gewässer von Gerümpel verschiedenster Art zu befreien.
Als weiterer wichtiger Zweig des Wasserrettungswesens kam in den Siebzigerjahren die „Nautik“ hinzu, ausgelöst durch die Notwendigkeit, Material und Personal möglichst rasch in das Unfallgebiet zu schaffen, wobei die Entwicklung sehr bald weg vom anfänglich eingesetzten Ruderboot oder von der Hilfsmotor betriebenen Zille hin zum leistungsstarken Motorboot tendierte.
