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50 Jahre ÖWR (2007) - Seite 1

Dipl.-Ing. Walter GRIMM, Präsident der ÖWR

50 Jahre ÖWR und die Vorgeschichte dazu

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Weltweit gesehen bestehen seit vielen Jahrzehnten, mancherorts sogar schon seit mehr als hundert Jahren Organisationen, die sich um Menschen kümmern, die in Wassernot geraten sind. Nebenbei bemerkt handelte es sich immer um Privatinitiativen, die derartige humanitäre Vereinigungen ins Leben riefen, niemals um Aktionen staatlicher Stellen.

Früher waren es vor allem Schiffbrüchige, die es zu retten galt; hierfür wurden allerdings wetterfest bekleidete Bootsmannschaften eingesetzt, keine Schwimmer. Rettungsschwimmer werden erst ausgebildet, seit Baden und Schwimmen im freien Gewässer in Mode gekommen sind.

Eine typische Rettungsbootsmannschaft um 1900 zeigt das folgende Bild aus „Meyers Konversationslexikon“, Band 16 (1907). Zum Thema „Rettungsschwimmen“ hat besagtes Lexikon noch nichts zu vermelden.

Rettungsbootmannschaft 1907
Rettungsbootmannschaft 1907


Brüttscher Retter 1913 Die Vorstellung des rettenden Bootsmannes blieb auch noch nach der Einführung des Rettungsschwimmens erhalten. So waren z.B. die Prüfungsnachweise der 1913 gegründeten „Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft“ (kurz DLRG) viele Jahre mit dem „Brütt’schen Lebensretter“ geschmückt.

Bilder, die aus der Anfangszeit des Rettungsschwimmens stammen, habe ich nicht gefunden, bis auf eines aus den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts, in einer Broschüre der britischen Wasserrettungsorganisation „Royal Life Saving Society UK“, wobei es sich offensichtlich um die Darstellung der Station „Wiederbelebung“ eines Rettungsschwimmbewerbes handelt.

Wie man sieht wurde hier noch manuell beatmet, ohne Atemspende und auch ohne Herzkompression. Bemerkenswert ist allerdings die bereits damals praktizierte Verabreichung von Sauerstoff. Am europäischen Festland ist ja die Sauerstoffgabe bis heute nicht überall selbstverständlich, schon gar nicht für Laienhelfer.


Manuelle Beatmung 1920
Manuelle Beatmung 1920